Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Ortsgruppe Herten

„Schaufenster-Politik“ statt echter Mobilitätswende

ADFC Herten lehnt Verlängerung der AGFS-Mitgliedschaft für die Stadt Herten ab.

Geduldetes Parken an der Kaiserstraße
Geduldetes Parken an der Kaiserstraße © F. Szymkowiak (ADFC Herten)

Der ADFC Herten und der Kreisverband ADFC Vest Recklinghausen e. V. haben sich in einer offiziellen Stellungnahme gegen die Verlängerung der Mitgliedschaft der Stadt Herten in der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW (AGFS) ausgesprochen. In dem Schreiben an den ADFC Landesverband NRW zur Weiterleitung an die AGFS wird deutlich kritisiert, dass die Stadt Herten die gesteckten Ziele für eine fahrradfreundliche Infrastruktur verfehlt und bisherige Auflagen weitestgehend ignoriert hat.

Kritik an Infrastruktur und Strategie

Trotz der Darstellung zahlreicher Maßnahmen im städtischen Bericht sieht der ADFC keine nachhaltige Strategie zur Förderung der Nahmobilität. Zentrale Kritikpunkte sind:

  • Mangelhafte Verkehrsführungen: Neu gestaltete Bereiche an der Wall- und Kaiserstraße entsprechen nicht dem Stand der Technik und führen zu neuen Konflikten zwischen den Verkehrsteilnehmern.
  • Alibi-Fahrradstraßen: Neue Fahrradstraßen wie „In der Ried“ wurden abseits wichtiger Netzverbindungen angelegt, was primär der Statistik dient, aber keinen Nutzen für den Alltagsverkehr bringt.
  • Fehlender politischer Wille: Der ADFC beklagt, dass Maßnahmen gestoppt werden, sobald sie zulasten von Parkplätzen oder Kfz-Geschwindigkeiten gehen.
  • Defizite bei Service und Sicherheit: An neuen S-Bahn-Haltepunkten fehlen sichere Abstellanlagen. Zudem wurden Bikeports an „Notstandorten“ statt an wirksamen Plätzen aufgestellt, um keine Kfz-Stellplätze zu opfern.

Ende der Zusammenarbeit

Aufgrund nicht eingehaltene Verabredungen, wie der ausbleibenden Wiederbelebung des „Runden Tisches Radverkehr“, hat der ADFC die aktive Zusammenarbeit mit der Stadt bereits beendet. Gemeinsame Touren und Kooperationen finden seit 2025 nicht mehr statt.

Fazit des ADFC

„Die Stadt Herten betreibt Schaufenster-Politik“, bilanziert Patrick Berner, 1. Vorsitzender des ADFC Vest Recklinghausen. Mit einem Stellenanteil von lediglich 0,25 für die Radverkehrsplanung sei eine echte Weiterentwicklung nicht möglich. Um die Glaubwürdigkeit des AGFS-Siegels zu wahren, empfiehlt der Verband daher dringend, den Verlängerungsantrag abzulehnen.


https://herten.adfc.de/neuigkeit/schaufenster-politik-statt-echter-mobilitaetswende

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